Holzarten und deren Verwendung

Wie viele Baumarten gibt es eigentlich auf der Welt? Tja, das weiß man bis heute nicht! Mehrere zehntausend botanische Baumarten sind bekannt – und ebenso vielfältig sind die Holzarten. Hier finden Sie eine Holzsorten-Übersicht mit den wichtigsten Eckdaten: dunkle und helle Holzarten, Hartholz und biegsames Holz, Hölzer für Möbel versus wetterfestes Holz für den Außenbereich, tropische versus heimische Holzarten und viele weitere Eigenschaften im Vergleich!

An welchen Eigenschaften kann man Holzarten erkennen?

Wer auf einen Blick verschiedene Holzarten bestimmen will, braucht zugegeben etwas Übung. An sich gibt es jedoch einige Merkmale, die bei einer ersten Unterscheidung helfen:

  • die Holzfarbe
  • die Maserung
  • die Struktur der Poren
  • Dichte bzw. Gewicht des Holzes
  • der Geruch

Nicht jede Holzsorte kann beliebig zu jedem Zweck eingesetzt werden. Manche Hölzer werden besonders oft als Bodenbelag genutzt, andere für Bauprojekte und wieder andere zu Massivholzmöbeln verarbeitet.

Holz: Eigenschaften und Verwendung

Hier nur ein paar Möglichkeiten, wie verschiedene Holzarten eingesetzt werden können:

  • Fensterrahmen und Türen
  • Bodenbelag oder Treppen
  • Möbelbau
  • Instrumentenbau
  • Hausbau (Dachkonstruktionen, Außenfassaden, Balkone, …)

Aber wie kann man nun von den einzelnen Kriterien auf eine bestimmte Holzart schließen?

Lesen Sie weiter – im Anschluss erklären wir die Eigenschaften genauer und listen jeweils passende Holzsorten auf!

Übersicht und Vergleich: Welche Holzarten gibt es?

Hell oder dunkel? Deutlich gemasert oder möglichst dezent? Hartholz oder eher elastisches Holz? Und natürlich die große Frage: Woher soll das Holz kommen? Wer nach Holzprodukten sucht, steht erst einmal vor einer ganzen Menge Entscheidungen …

1. Die Farbe: helle und dunkle Holzarten

Holz dunkelt im Lauf der Zeit nach, sagt man meist pauschal. Wie kann man da überhaupt von „hellen“ oder „dunklen“ Hölzern sprechen? Nun ja: Nicht jede Holzsorte dunkelt gleich intensiv bzw. schnell nach. Buche beispielsweise wird nur geringfügig dunkler, während Möbel aus Edelkastanie nach einigen Jahren einen deutlich dunkleren Farbton aufweisen als am ersten Tag. 

Holzarten sind also nicht nur hell oder dunkel, sondern in vielen Schattierungen vertreten:

  • braun/hellbraun
  • rotbraun
  • weißlich
  • gelblich
  • grau bis schwarz

Helle Holzsorten

Dunkle/rötliche Holzsorten

  • Ahorn
  • Birke
  • Apfelbaumholz
  • Douglasie
  • Esche
  • Eukalyptus
  • Fichte
  • Kiefer
  • Tanne
  • Zirbe
  • Akazie
  • Birnbaumholz
  • Bubinga
  • Buche
  • Ebenholz
  • Eiche
  • Kirschbaum
  • Lärche
  • Mahagoni
  • Nussbaum 

 

2. Dichte und Härte: Hartholzarten oder biegsames Holz

Was ist eigentlich Hartholz? Diese Frage haben Sie sich vielleicht auch schon gestellt, denn auf den Begriff Hartholz stößt man schnell, wenn man sich mit Holzarten befasst. Die Unterscheidung in hartes versus weiches Holz ist im Prinzip schnell erklärt:

  • Die Holzhärte wird anhand der sogenannten Darrdichte Sie wird in kg/m³ angegeben und der Grenzwert liegt bei 550 kg/m³.
  • Hartholz hat eine Darrdichte von mehr als 550 kg/m³.
  • Weichholz hat eine Darrdichte von unter 550 kg/m³.

Viele Holzhändler und Informationsseiten im Internet geben die Darrdichte als Orientierungswert an. Sie können also mit dieser Faustformel schon relativ gut abschätzen, ob es sich um hartes Holz handelt oder nicht.

Allerdings ist die Darrdichte nicht ISO-genormt – anders als die BRINELL-Widerstandsmessung. Dabei misst man, wie tief und in welcher Form eine Stahlkugel mit 10 mm Durchmesser in das Holz eindringt. Je höher die Holzdichte, desto höher die Druckfestigkeit.

Hartholz  Elastisches/biegsames Holz 
  • Ahorn
  • Apfel
  • Birke
  • Birnenbaum
  • Buche/Weißbuche
  • Eibe
  • Eiche
  • Esche
  • Ahorn
  • Erle
  • Fichte
  • Kiefer
  • Kirschbaum
  • Lärche
  • Linde
  • Tanne


3. Muster und Maserung des Holzes 

Jedes Stück Holz ist einzigartig – und doch gibt es einige optische Eigenschaften, die sich die Holzarten jeweils teilen. Manche Holzarten haben eine sehr ebenmäßige bis unauffällige Maserung. Andere wiederum weisen auch in der verarbeiteten Form deutlich erkennbare Eigenheiten auf. Hier nur zwei von vielen Beispielen:

  • Wildeichenholz ist eine spezielle Sortierung der Eiche. Diese spezielle Eichensorte wächst vor allem in schattigen Waldgegenden und hat mehr kleine Astlöcher oder Risse im Holz als ihr „braver“ Verwandter.
  • Birnenbaumholz hat eine unregelmäßige Maserung und bringt eine sehr ausdrucksstarke Optik mit: Wenn das Holz geschnitten wird, weist es ein Flammenmuster.

4. Tropisches Holz oder heimische Holzarten

Tropenhölzer wie Mahagoni und Teak sind schön anzuschauen und dementsprechend ein beliebtes Material für Möbel, Bodenbeläge etc. Allerdings zu einem hohen Preis, und das nicht nur im wortwörtlichen Sinne: Viele tropische Hölzer werden aus Südostasien o. Ä. importiert und haben lange Transportwege hinter sich.

Hinzu kommt, dass das Geschäft mit dem Tropenholz zur Abholzung von Waldgebieten führt oder das Holz auf Plantagen herangezogen wird – was für Flora und Fauna vor Ort gravierende Folgen hat. (Mehr dazu in unserem Vergleich von Tropen- und heimischem Holz!)

tropisches Holz vs. heimisches Holz

Sind damit heimische Hölzer grundsätzlich besser? Ja und nein, denn „heimisch“ ist nicht gleich regional und sagt nichts über die Verarbeitungsweise aus. Daher ein paar Tipps, woran Sie nachhaltige Produkte aus heimischen Hölzern erkennen:

  • Informieren Sie sich beim Händler, woher das Holz kommt. LaModula-Zirbenmöbel werden aus alpenländischem Zirbenholz hergestellt.
  • Fragen Sie zudem, ob das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt.
  • Achten Sie auf die Verarbeitungsweise: Wird das Holz mit Lacken bearbeitet, gebeizt etc. oder in einem möglichst natürlichen Zustand belassen?
  • Bedenken Sie den Preis – bei wirklich günstigen Holzprodukten ist nachhaltige Wirtschaft eher unwahrscheinlich.

Je mehr Informationen Ihnen ein Händler geben kann, desto besser!

Tropenholz

Heimisches Holz

  • Abachi
  • Bangkirai
  • Bilinga
  • Eukalyptus
  • Mahagoni
  • Meranti
  • Padouk
  • Palisander
  • Sapelli
  • Teak

 

Holzarten und Möbel: eine Übersicht zur Verwendung

Holzmöbel sind etwas ganz Besonderes. Nur … welches Holz soll es werden? Bevor wir uns der Frage widmen, was Holz kostet, hier noch einige Tipps für alle, die in Möbel aus Holz investieren wollen!

Welches Holz für meine Möbel?

Wohl eines der wichtigsten Kriterien, die ein Holzmöbelstück mitbringen muss, ist Stabilität. Schließlich wird das Holzbett,  der Holztisch, der Holzschrank o. Ä. jeden Tag beansprucht und ist zudem den Luft- und Temperaturverhältnissen im Raum ausgesetzt.

Nicht umsonst ist zum Beispiel Eichenholz für Möbel so beliebt, denn diese Holzsorte ist sehr fest und robust. Das heißt natürlich nicht, dass Eichenholz die einzige Option ist – achten Sie bei der Auswahl einfach auf …

  • … die Frage, wie schnell das Holz reißt. Bei Birkenholz etwa geschieht das im Vergleich zu anderen Hölzern eher schnell.
  • Massivholzqualität. Das bedeutet, dass alle Bestandteile aus Holz gefertigt sind und dadurch ein umso stabileres Möbelstück entsteht.
  • … den Anteil von Metall, der im Möbelstück verarbeitet ist. Beispielsweise oxidieren Metalle in Eichenholz schnell, weshalb wir unsere Eichenmöbel völlig metallfrei fertigen.

Wetterfestes Holz: Holzarten für den Außenbereich

wetterfestes Holz für den AußenbereichWenn Ihre Holzmöbel draußen stehen sollen, muss das Holz dementsprechend witterungsbeständig sein. Außerdem ist es wichtig, dass Sie eine Holzsorte wählen, die gegen Pilze und Bakterien möglichst resistent ist. Das ist bei edlen Hölzern wie etwa Mahagoni oft nicht der Fall.

Häufig sind Möbel für den Außenbereich aus einer dieser Holzarten:

  • Kiefer
  • Fichte
  • Tanne
  • Eiche
  • Lärche

Verschiedene Holzarten in einem Raum – ja oder nein?

Der dunkle Eichenboden im Wohnzimmer und dazu die helle Ahornkommode, der man einfach nicht widerstehen konnte – geht das?

Eindeutig ja! Wir haben zwei Tipps zusammengestellt, wie Sie verschiedene Hölzer in einem Raum so kombinieren können, dass die Holzarten harmonieren:

  1. Bleiben Sie bei 2-3 unterschiedlichen Schattierungen. Wenn mehrere Nuancen aufeinandertreffen, kann das wunderschön aussehen – genauso wie zu viel des Guten womöglich etwas unruhig wirkt.
  2. Setzen Sie entweder auf starke Kontraste durch einzelne Stücke oder ein durchgehend dezentes Farbkonzept, z. B. mit zwei hellen, kaum gemaserten Holzsorten.

Übrigens: In unserem Ratgeber zu Farben und Holz finden Sie weitere Tipps! Das sind jedoch nur Empfehlungen, die Sie als Anregung verwenden können. Wie Sie Ihre Holzmöbel und -Dekorationen kombinieren, bleibt natürlich ganz Ihnen überlassen – erlaubt ist schließlich, was gefällt.

Pflege: Wie kann ich Holz haltbar machen?

Holz ist per se ein sehr haltbares Naturmaterial. Wussten Sie zum Beispiel, dass alle kanalseitigen Fassaden in Venedig auf Baumstämmen gebaut sind? Das Eichen- und Lärchenholz unter Wasser spielt im wahrsten Sinne des Wortes eine tragende Rolle – und das schon seit Jahrhunderten.

Holz richtig pflegenDoch zurück in die eigenen vier Wände und zur Frage, wie man Holzprodukte denn nun am besten in Stand hält.

Fakt ist: So verschieden die Holzarten sind, so sehr unterscheiden sich auch die nötigen Pflegeschritte. In einem Ahornboden etwa können sich schnell Risse zeigen, wenn er nicht regelmäßig behandelt wird.

Holzmöbel wiederum sind meist ziemlich pflegeleicht: Ein Pflegeprodukt und ein fusselfreies Tuch sind bei vielen Holzsorten alles, was Sie zur Pflege der Oberflächen brauchen. In unserem Ratgeber zum Ölen und Wachsen von Holz zeigen wir, wie’s geht!

Andere Hölzer werden sogar unbehandelt verkauft – und bleiben dadurch umso hochwertiger! Unsere Zirbenmöbel sind nicht geölt, damit der Duft des im Holz enthaltenen Pinosylvin ungehindert austreten kann. Dementsprechend müssen Sie bei diesen Möbeln nichts weiter tun, als sie abzustauben.

Preise: Wertvolle versus günstige Holzarten

Wie ist möglich, dass manche Holzprodukte vergleichsweise günstig und andere sehr hochpreisig sind? Der Elsbeerbaum beispielsweise ist das teuerste Holz, das in Deutschland wächst. Nun ja: Wie so oft ist der Preis auch bei Holz eine Frage der gewünschten Qualität. Ausschlaggebende Faktoren sind unter anderem:

  • das Vorkommen der Holzart
  • der Verwendungszweck (Bau von Massivholzmöbeln, Brennholz, Bauholz, …)
  • die Verarbeitung

Welche Hölzer sind nun also wie teuer? Das lässt sich zwar pauschal nicht sagen, doch hier eine kurze Übersicht von wertvollen und günstigeren Hölzern:

Wertvolle Hölzer (Edelholz)

Günstige Holzsorten

  • Birnenbaumholz
  • Ebenholz
  • Mahagoni
  • Nussbaum (Walnuss)
  • Wildolive
  • Birke
  • Buche
  • Douglasie
  • Fichte

 

Eines haben jedoch alle Holzsorten gemeinsam: Beim Kauf nur auf den Preis zu achten, ist nicht empfehlenswert. Gerade wenn es um Einrichtungsgegenstände geht, lohnt sich die Mehrinvestition, denn hochwertige Massivholzmöbel sind sehr viel langlebiger als günstige Exemplare. Letztere sind zudem oft stark mit chemischen Mitteln behandelt, um sie haltbarer zu machen – ein Verarbeitungsschritt, der bei natürlichen Vollholzmöbeln gar nicht nötig ist.

Und noch ein letzter Tipp für den Kauf von Holzprodukten: Lassen Sie sich am besten immer von Fachleuten beraten. Ob es sich nun um Holzmöbel handelt, um Brennholz oder ein ganz anderes Vorhaben – die hilfreichsten Ratschläge können immer noch Menschen geben, die tagtäglich mit verschiedenen Holzarten zu tun haben! Eine fundierte persönliche Beratung ist und bleibt eben doch eine ausgezeichnete Entscheidungsgrundlage.


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