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Immergrün und mit knorriger Rinde, aber dennoch majestätisch thront die Zirbe über den Alpen. Bei einem Alter von bis zu 800 Jahren könnte sie uns viele Geschichten erzählen. An Orten, an denen es anderen Bäumen zu unwirtlich ist, wächst sie und trotzt den oft widrigen Wetterbedingungen. Das Holz verströmt einen wunderbaren Duft. Die Zirbe wird als anpassungsfähig, ausdauernd, geduldig und nachgiebig beschrieben.
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Inhaltsverzeichnis |
Im alpinen europäischen Festland ist die Zirbe, die ursprünglich aus Sibirien kommt, heute heimisch. Wir treffen die „Königin der Alpen“ in Österreich, Frankreich, Deutschland, Tschechien, Italien, Liechtenstein und der Schweiz an. Weitere Verbreitungsgebiete gibt es in Polen, Rumänien, der Slowakei und der Ukraine.
Ein wichtiger Freund der Zirbe ist der Tannenhäher, ein Vogel, der mit für die Verbreitung der Zirbe verantwortlich ist. Er sammelt die Samen der Zirbe und versteckt sie für den späteren Verzehr. Mehr als 20 % der versteckten Samen findet er jedoch nicht mehr und daraus entstehen neue Zirben. Auch Spechte und Bergfinken finden an den Samen Gefallen.
Man findet die Zirbe auch vermehrt in den Ötztaler Alpen und in den Hohen Tauern. Bei den Zirben wird nach dem Aspekt der Nachhaltigkeit nur so viel Holz erwirtschaftet, wie auch wieder nachwächst. Parallel dazu wird durch die Nutzung des Waldes dafür gesorgt, dass die Zirbenbestände nicht überaltern. So erhalten sie ihre Funktion als Schutzwald gegen Lawinen oder Hangerosionen. Daher ist eine sinnvolle Abholzung von Zeit zu Zeit notwendig.
Die Zirbe zählt zu den Kieferngewächsen. Einige besondere Merkmale unterscheidet sie von den mehr als 90 anderen Kiefernarten. Die Zirben wachsen auch zusammen mit Lärchen oder als Reinbestand, häufig bilden die beiden Baumarten die Waldgrenze. Durch die unwirtlichen Witterungsbedingungen der Alpen sind sie gezwungen, sich an die dortigen Gegebenheiten anzupassen:
Der lateinische Name der immergrünen Zirbe lautet „pinus cembra“, sie gehört zu den Kieferngewächsen (lat. Pinaceae). Der mittelhochdeutsche Begriff „zirben“ bedeutet „sich im Kreise drehen“ bzw. „wirbeln“ und spiegelt wohl die teilweise gedrehte und knorrige Wuchsart mancher Zirben wider. Die Zirbe wird auch als Arbe, Arve, Zirbel oder Zirbelkiefer bezeichnet.
Die Wachstumsbedingungen im Hochgebirge sind extrem. Klirrende Kälte im Winter wechselt sich ab mit trockener Hitze im Sommer und mit kalten wie heißen Winden. Schnee und Eis machen die Zirbe widerstandsfähig.
Sollte die Rinde durch die Witterungsschwankungen verletzt werden, sorgt die antibakterielle Wirkung des Harzes für eine Heilung des Baumes.
Zirbenholz enthält Pinosylvin in hochkonzentrierter Form. Zirbenöl wird aus gehäckseltem Material der Zirbe wie Zweigspitzen, Nadeln, Zirbenholzspänen und jungen Ästen durch Dampfdestillation gewonnen. Dadurch erhält man die Wirkstoffe des Zirbenholzes konzentriert. Zirbenöl darf nicht als unverdünnte Essenz verwendet werden. Wasser oder andere pflanzliche Öle dienen als Trägersubstanz. Das reine, unverfälschte Zirbenöl wird „Pinus cembra“ genannt, man sollte nur reines Zirbenöl aus Dampfdestillation verwenden. Eine wichtige Rolle spielt die Zirbe in der Volksheilkunde, wo sie in Form von Zirbennadeln, Sirup oder Zirbenöl eingesetzt wird.
Das ätherische Öl Pinosylvin verleiht dem Holz seinen aromatischen und unverwechselbaren Duft.
Bei vielen Menschen wecken der Geruch des , aber auch die Wärme, die Zirbenmöbel verbreiten, Gefühle der Geborgenheit, des Zuhause-Seins und der Vertrautheit. Der unvergleichliche Duft sorgt bei uns Menschen für Wohlempfinden und beruhigt. Warum sollten wir nicht ein wenig davon aufnehmen, um in der hektischen Zeit einen Ausgleich zu schaffen?
Um die Wirkung der Zirbe im Wohnbereich verspüren zu können, sollte das Holz unbehandelt bleiben. So hat das ätherische Öl ausreichend Raum zum Entfalten.
Zirbenholz besitzt eine lange Tradition im Möbelbau. Das Holz der Zirbe ist sehr weich, es zählt zu den leichtesten heimischen Holzarten. Aufgrund dieser Eigenschaften lässt es sich gut zu Möbelstücken verarbeiten.
Früher wurden viele ländliche Stuben aus Zirbenholz gefertigt. Auch in Nassbereichen ist Zirbenholz von Vorteil, da es ein geringes Quell- und Schwindverhalten aufweist.
Für die Qualität des Holzes ist es wichtig, das Holz im Winter zu schlägern, denn die Bäume haben in dieser Jahreszeit weniger Flüssigkeit gespeichert. Weiters sind die richtige Lagerung und Trocknung für die Qualität entscheidend, um langlebige und hochwertige Möbel zu erhalten. Wichtig ist die schonende Verarbeitung des Holzes auch für die natürlichen Harze und Öle der Zirbe, damit sich der spezifische Duft des Holzes frei entfalten kann.
Holz für den Möbelbau darf maximal eine Feuchtigkeit von 10 % aufweisen, um Möbel in guter Qualität produzieren zu können. Dabei wird auf schonende Trocknung an der frischen Luft und in der Trockenkammer geachtet. Wir verzichten auf die schnelle aber qualitätsmindernde Trocknung in Vakuumtrockenkammern, denn die schonende Trocknung trägt maßgeblich zur ausgezeichneten Qualität unserer Vollholzmöbel bei.
Der ideale Zeitpunkt für die Schlägerung von Zirbenholz ist der Winter. Der Baum enthält dann weniger Flüssigkeit. Damit ein Zirbenbaum gefällt werden kann, sollte er zumindest einen Durchmesser von 40 cm besitzen.
Holz ist ein lebendiges Produkt, auch wenn es bereits zu Möbeln verarbeitet wurde. Damit es seine Qualität beibehält, sollten große und abrupte Temperaturschwankungen vermieden werden.
Da Zirbenholz für Möbel besonders gut geeignet ist, werden Einrichtungsgegenstände wie undgefertigt. Der Duft und die Wirkstoffe des Pinosylvins machen den Schlaf so richtig gemütlich.
Zirbe wird auch zu verarbeitet. Feine Zirbenflocken, die in Schafschurwolle, oft aus kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT), eingearbeitet werden, sorgen für angenehme Nächte.
Noch mehr Zirbe erhalten Sie mit einer gemischt mit Schafschurwolle. Mehrere Varianten, wie die Sommerbettdecke oder die Winterbettdecke oder die 4-Jahreszeiten Bettdecke verbreiten Zirbengeruch.
Nicht nur das Holz der Zirbe ist beliebt, auch die Zapfen und Samen können verwendet werden. Um die essbaren, kirschkerngroßen Samen der Zirbenzapfen zu gewinnen, werden diese in eine heiße Pfanne gelegt, bis die Nüsse herausfallen. Danach können sie kurz angeröstet und als gesunder Snack verzehrt werden.
Die Zirbenzapfen werden traditionell auch zu Schnaps oder Likör verarbeitet, er wird auch Zirbengeist oder Zirberl genannt. Hierzu werden die Zapfen in Scheiben geschnitten und nach Wunsch mit Gewürznelken, Zimt, Kandiszucker und Alkohol angesetzt. Nach vier bis sechs Wochen Lagerung wird der Schnaps gefiltert und ist für den Verzehr geeignet.
Zirben sind auch Träger des Brauchtums, so wird beim Fisser Blockziehen in der Fasnacht ein Zirbenstamm von 35 Metern Länge durch den Ort gezogen, begleitet von Tanz und Lärm, um den Winter zu vertreiben. In der Steiermark findet das Zirbenfest statt. Hier wird alle zwei Jahre die Zirbenkönigin mit ihren zwei Zirbenprinzessinnen gewählt.
Auch in der Sagenwelt hat die Zirbe Bedeutung. So macht das Innsbrucker Pechmandl mit Baumpech von „Zirmbäumen“ Kinder schläfrig. Das Salzburger Thurnschallweibl muss auf seine Erlösung so lange warten, bis die Zirben groß genug gewachsen sind, um daraus eine Zirbenwiege bauen zu können.
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