Eschenholz: Der ultimative Ratgeber

 
21.11.2017

Sie steht hinter Buche und Eiche auf Platz 3 der wichtigsten heimischen Nutzhölzer: die Gemeine Esche, botanisch als Fraxinus Excelsior bekannt. Diese Platzierung ist nicht umsonst der Fall, denn Eschenholz gehört dank seiner hohen Elastizität und weiteren mechanischen Eigenschaften unter anderem zu den besten Hölzern für Parkett- und Dielenböden. In diesem Artikel erfahren Sie, wofür sich Eschenholz außerdem eignet, welche Vorteile diese Holzart mitbringt und vieles mehr.

Das ist Eschenholz

Bis zu 40 Meter Höhe kann eine Esche erreichen und zählt damit zu den höchsten Laubbäumen in ganz Europa. Eine durchschnittliche Esche wird gefällt, sobald sie etwa 80 Jahre alt ist, grundsätzlich kann sie aber 250 Jahre alt werden. Die Esche gehört zu den sogenannten Edellaubhölzern, da sie zum Beispiel für dekorative Zwecke gut einsetzbar ist.

Welchen Preis Eschenholz hat, hängt oft von der Farbe ab. Braune Esche ist ab 650 Euro pro Kubikmeter erhältlich, bei weißer Esche muss man bereits mit mindestens 900 Euro rechnen. Wissenswert in diesem Zusammenhang ist: Eschenholz ist ein vergleichsweise günstiges Brennholz, aber dazu später mehr.

Eigenschaften von Eschenholz

Dass Eschenholz so beliebt ist, hat seinen Grund. Zwar ist es nicht ganz so universal einsetzbar wie etwa Eichenholz, allerdings gibt es durchaus einige Vorteile. Lesen Sie weiter, um das Wichtigste auf einen Blick zu erfahren. 

Die Vorteile

Der erste große Vorteil von Eschenholz ist die Tatsache, dass diese Holzart schwer und hart ist. Aus diesem Grund kann sie zwar einerseits leicht gesägt und verarbeitet werden, lässt sich aber andererseits nur schwer spalten. Dass das Holz zäh und fest ist, bedeutet aber nicht, dass es sich schlecht formen lässt: Mit der richtigen Behandlung wird Eschenholz sehr biegsam und elastisch.

Ein zweiter wesentlicher Vorteil liegt im Brennwert von Eschenholz. Ebenso wie Buchenholz liefert es als Kaminholz besonders viel Wärme, ist dabei aber im Vergleich meist deutlich günstiger. Konkret bedeutet das: Mit einem Raummeter Esche können Sie die gleiche Kaminwärme erzeugen wie mit etwa 210 Litern Heizöl. Und auch wenn das Feuer schon lange aus ist, wärmt die Glut noch lange nach.

Auch das Feuer selbst hat angenehme Eigenschaften: Die Flammen brennen ruhig, es gibt keinen Funkenflug oder spritzende Glut. Ein kleiner Abstrich muss aber gemacht werden: Das typische Knistern eines offenen Kaminfeuers entfällt bei Eschenholz weitgehend.

Das Aussehen

Eschenholz erkennt man wie die meisten Holzarten an seiner Farbe, Struktur und Maserung. Meist ist das Holz eher hell und hat einen weiß-gelblichen oder gelblich-grauen Farbton. Das gilt besonders für das Holz aus äußeren Schichten. Kernholz ist unter Umständen etwas nachgedunkelt.

Eindeutige Hinweise auf die Holzart gibt auch die Struktur, denn Eschenholz zeichnet sich durch große Gefäße und häufig auch eine marmorierte Zeichnung aus. Ähnlich wie bei Wildeiche hat Eschenholz also eine einzigartige Optik. Helles Eschenholz eignet sich dementsprechend gut für dekorative Furnierungen von Möbelstücken, die zum Beispiel im Schlaf- oder Wohnzimmer stehen.

Auch die Jahresringe sind bei Eschenholz deutlich erkennbar. Es gilt übrigens: Sind die einzelnen Ringe mehr als 1,5 Millimeter auseinander, ist das Holz besonders stabil und eignet sich bestens für diverse Zwecke. Auch die Farbverteilung des betreffenden Stücks Eschenholz wird oft durch diese Linien beeinflusst: Im Querschnitt werden zum Teil verschiedenfarbige Streifen sichtbar.

Die Herkunft

Wie bereits erwähnt, zählt die Esche zu den wichtigsten heimischen Hölzern für verschiedene Zwecke. Je nachdem, ob der Baum in Flussnähe oder auf kalkigem Boden wächst, unterscheidet man zwischen Wasseresche und Kalkesche. Beide Varianten gibt es in ganz Europa, sie kommen aber vermehrt im Alpenvorland, im Baltikum und in Polen vor. Eschen wachsen unter anderem auch in Amerika, weisen aber dort einen anderen Farbton auf.

Falls Sie sich also für Produkte aus Eschenholz entscheiden, stammt das Holz mit großer Wahrscheinlichkeit aus Europa. Es ist damit vergleichsweise umweltfreundlich, denn lange Transportwege, wie sie zum Beispiel bei Tropenhölzern nötig werden, fallen weg.

Behandlung des Materials

Durch unterschiedliche Behandlungsweisen lassen sich bei Eschenholz diverse Effekte erzielen. Wird die Oberfläche gehobelt, bekommt sie zum Beispiel einen matten Glanz. Diese Option bietet sich an, wenn Eschenholz für Möbel verwendet wird.

Um ihm seine charakteristische Biegsamkeit zu verleihen, wird das Eschenholz in der Verarbeitung auch oft gedämpft. Denn erst dadurch lässt es sich problemlos formen und für diverse Zwecke einsetzen. Der nächste Abschnitt zeigt: Eschenholz ist in der Verwendung mehr als vielseitig.

Verwendung von Eschenholz

Das biegsame Holz kann auf diverse Arten eingesetzt werden. Das beginnt schon bei der Einrichtung: Dünne Platten aus Eschenholz können als Deckmaterial auf Schrank, Bett und anderen Möbelstücken angebracht werden, da sie sich leicht verleimen lassen. Dieses sogenannte Furnier macht ein Möbelstück zu einem dekorativen Element. Dank seiner Flexibilität wird Eschenholz aber auch oft zur Herstellung von gebogenen Sitzmöbeln verwendet. Eschenholz kommt weiterhin als Bodenbelag zum Einsatz. Ob Parkett- oder Dielenböden, die feste, zähe Holzqualität hält einiges aus und wirkt durch die helle Farbe elegant.

Tatsächlich kann Eschenholz aber nicht nur als Einrichtungsmaterial verwendet werden. Auch im praktischen Bereich kommt es oft zum Einsatz, so zum Beispiel beim Bau von Sportgeräten wie Schlitten, Ski oder Barren. Wieder ist die Biegsamkeit ein entscheidender Vorteil in der Nutzung. Aber auch Werkzeuge wie Hammer oder Leitern haben nicht selten Eschenholz-Elemente, ebenso wie Musikinstrumente.

Eines sollte beim Einsatz von Eschenholz allerdings beachtet werden: Für den Außenbereich eignet sich diese Holzsorte nicht. Einerseits kann weißes Eschenholz bei starkem Lichteinfall nämlich vergilben, anderseits lässt es sich nur schwer imprägnieren. Witterungsumstände, aber auch Pilz- oder Insektenbefall können dem Holz daher schnell Schaden zufügen. Für Gartenmöbel etc. ist es also ratsamer, eine widerstandsfähige Sorte wie Eichenholz zu wählen.

Nutzung und Pflege von Eschenholz

Um beispielsweise ein Furnier zu pflegen, ist nicht viel Aufwand nötig. Wie bei nahezu allen Echtholzarten sollten Sie auf Wasser verzichten und mit einem fusselfreien Tuch die Oberfläche abwischen. Grundsätzlich kann Eschenholz auch geölt oder gewachst werden, allerdings geschieht das bei Möbelstücken in der Regel bereits in der Herstellung.

Eschenholz kann für viele Zwecke eingesetzt werden und ist dabei im Vergleich zu anderen Hölzern, je nach Farbe, vergleichsweise günstig. Geht es um Gegenstände für den Innenbereich, ist diese Holzsorte also in den meisten Fällen eine gute Wahl.

 

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