Allergische Reaktionen wie Reizhusten oder ständiges Niesen machen vielen Menschen den erholsamen Schlaf in der Nacht unmöglich: Hausstaubmilbenallergie ist weit verbreitet. Abhilfe verschaffen spezielle Allergiker Bettdecken und Kissen für Allergiker bzw. sogenannte Encasings. Wie Encasings gegen Milben wirken, wie Sie Allergiker-Bettwäsche waschen und ob Sie mit Unterstützung durch die Krankenkasse rechnen können, erfahren Sie hier.

Welche Bettwäsche passt für Allergiker?

Natürlich bedeutet nicht jeder morgendliche Nieser, dass eine Hausstauballergie vorliegt. Bemerken Sie aber über mehrere Wochen hinweg morgens Allergiesymptome wie gereizte Schleimhäute, eine laufende Nase und juckende Augen, lohnt sich ein Allergietest beim Arzt. Keine Sorge: Auch wenn sich herausstellt, dass Sie eine Milbenallergie haben, ist das nicht das Ende der Welt und Sie können schon mit der passenden Bettwäsche der Allergie den Kampf ansagen!

Bettwäsche für Hausstaubmilben-Allergiker

Die eigentlichen Allergene sind nicht die Hausstaubmilben selbst, sondern ihr Kot. Da die winzigen Tierchen sich mit Vorliebe in einem feucht-warmen Schlafzimmer aufhalten und wir nachts direkten Hautkontakt mit Bettwäsche und Matratze haben, leiden Allergiker in diesem Raum am meisten unter den Auswirkungen.

Die schlechte Nachricht: Milben in der Wohnung ganz loszuwerden, ist unmöglich. Sie hausen in allen Arten von Polstermöbeln und Teppichen und ernähren sich von menschlichen Hautschuppen, die wir über den Tag hinweg automatisch im Haus verteilen. Die gute Nachricht ist aber: Sie können den Milben wortwörtlich das Leben schwer machen, indem Sie die richtige Bio Bettwäsche nutzen!

Baumwolle ist für Allergiker Bettwäsche geeignet

Die perfekte Bettwäsche für Milben-Allergiker muss erstens gut waschbar sein, und zwar bei mindestens 60°C. Sie muss zweitens Feuchtigkeit gut transportieren, denn in einem trockenen Bettklima haben die Milben keine Lebensgrundlage.

Achten Sie in jedem Fall beim Kauf auf den Hinweis „Für Allergiker geeignet“.

Empfehlenswert ist Bettwäsche aus Pflanzenfasern in Bio-Qualität. Diese sorgen für ein gesundes Schlafumfeld, bringen ausgezeichnete Klimaeigenschaften mit und sind noch dazu umweltfreundlich.

Gute Materialien für Allergiker-Bettwäschen sind:

  • Reine Bio-Baumwolle
  • Stoffe auf Baumwollbasis, z. B. Jersey
  • Feinbatist, da das Gewebe sehr engmaschig ist
  • Leinen, da der Stoff staub- und schmutzabweisend ist

Wählen Sie im Zweifelsfall lieber Naturstoffe mit kühlenden Eigenschaften. Denn so verhindern Sie, dass Sie nachts übermäßig schwitzen und damit ein feuchtes Bettklima fördern.

Bettwäsche für Allergiker:

Milbendichte Encasings bei Allergiker-Bettwäsche: Ja oder nein?

Allergikern werden oft sogenannte Encasings empfohlen. Übersetzt bedeutet der englische Begriff so viel wie „Umhüllung, Ummantelung“, was auch schon die Funktionsweise verrät: Ein Encasing isoliert die Naturmatratze bzw. Bettdecke und Kopfkissen und verhindert dank sehr feinmaschigem Gewebe, dass die Allergene an die Haut gelangen. Man spricht hier von Allergenkarenz. Das Encasing muss mindestens 40 Prozent von Partikeln ab einer Größe von 0,3 Mikrometer zurückhalten können.

Es gibt Encasings als Matratzenbezüge sowie als Zwischenbezug für Decke und Kissen. Letzteres ist sinnvoller, da diese Encasings besser gewechselt werden können. Ein Encasing für die Matratze lohnt sich eher dann, wenn Sie die Matratze ebenfalls neu gekauft haben. Ansonsten werden die Milben in der Matratze isoliert und es entsteht ein Umfeld, in dem sie umso besser leben können.

Wenn Sie sich für Encasings entscheiden, sollten diese von ÖKO Test, Ökotext und Co. schadstoffgeprüft sein. Zudem ist es besser, wenn sie etwas größer sind als Decke und Kissen, da ansonsten Reißgefahr besteht. Damit sie nicht einreißen, ist es auch wichtig, dass in den Bettwaren keine harten Federkiele enthalten sind. Diese könnten herausstechen und den Schutzeffekt zunichtemachen.

Eine Alternative zu Encasings, wie sie im Bettenfachhandel und in Sanitätshäusern erhältlich sind, stellen Naturbettwaren dar. Daunen als Deckenfüllmaterial sind beispielsweise sehr atmungsaktiv und schaffen ein trockenes Bettklima. Feinbatist als Bezug ist sehr engmaschig und dicht, sodass auch hier keine Milben eindringen können. Und Matratzenschoner aus Naturmaterialien sorgen ebenfalls für einen natürlich isolierenden Effekt.

Das Schlafumfeld bei Milbenallergie

Eine antiallergische Bettwäsche ist wichtig – aber nicht der einzige Faktor, um trotz Milbenallergie ruhig schlafen zu können. Auch die folgenden Tipps sollten Sie berücksichtigen, um den kleinen Tierchen keinen Lebensraum zu bieten:

  • Lüften Sie Bettde und Kissen regelmäßig und gründlich an der frischen Luft.
  • Legen Sie keine Tagesdecke auf: Darunter entsteht nur ein warmes Klima, in dem die Milben sich wohlfühlen. Am besten können sie sich bei Temperaturen von 15-35°C vermehren.
  • Wenden Sie Ihre Matratze jeden Monat.
  • Öffnen Sie abends und vor allem morgens alle Fenster für eine Viertelstunde. Stoßlüften und Durchzug vertreibt das feucht-warme und milbenfreundliche Raumklima im Schlafzimmer.
  • Verzichten Sie auf Luftbefeuchter. Diese schaffen einen idealen Milben-Lebensraum.
  • Ergänzen Sie die Bettwäsche durch eine passende, atmungsaktive Matratze sowie einen geeigneten Matratzenschoner und achten Sie auf das Füllmaterial von Bettdecke bzw. -kissen.

Übrigens: Falls Sie zu zweit im Bett schlafen und separate Bettdecken haben, sollten beide Sets mit Allergiker-Bettwäsche bezogen sein. Ansonsten hilft die beste Bettwäsche nichts.

Zahlt die Krankenkasse für Allergiker-Bettwäsche?

Milbenallergie ist weit verbreitet, und so zahlen mittlerweile einige Krankenkassen einen Teil oder zumindest einen Pauschalbetrag beim Kauf von antiallergischer Bettwäsche. Damit Sie die Kosten erstattet bekommen, müssen allerdings gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu zählt unter anderem:

  • Vor dem Kauf muss ein Antrag auf Förderung gestellt werden.
  • Die Milben- bzw. Hausstauballergie muss ärztlich attestiert sein.
  • Es muss ein Rezept vom Arzt eingereicht werden.
  • Es müssen nicht nur Bettbezüge, sondern auch Encasings gekauft werden.

Die Kosten für allergiefreien Schlaf müssen Sie also durchaus nicht allein tragen. Allerdings sollte erwähnt werden, dass manche Krankenkassen mit Herstellern von Allergiker-Bettwäsche Verträge haben. In diesem Fall bekommen Sie die Bettwäsche bequem nach Hause geschickt, können sie aber selbst nicht auswählen.

Allergiker-Bettwäsche waschen: wie und wie oft?

Eine antiallergische Bettwäsche kann zweifellos das Leben bzw. die Nachtruhe leichter machen! Wirklich langlebig und nützlich ist sie aber nur bei richtiger Pflege. Abschließend haben wir deshalb für Sie zusammengefasst, was Sie bei der Reinigung von Allergiker-Bettwäsche beachten sollten.

Temperatur und Waschmittel bei antiallergischer Bettwäsche

Bereits Waschtemperaturen ab 60°C reichen aus, um Milben abzutöten und ihren Kot zu entfernen. Manche Allergiker-Bettwäschen überstehen sogar problemlos Waschgänge mit 95°C, achten Sie hier aber bitte auf die Herstellerangaben.

Allergiker Bettwäsche richtig waschenGrundsätzlich gut geeignet sind Bio-Waschmittel auf Pflanzenbasis. Verzichten Sie lieber auf Weichspüler, Bleichmittel, Wäscheparfums oder sonstige intensive Duftstoffe: Diese können Ihrer Allergiker-Bettwäsche mehr schaden, als sie nutzen und sind zudem nicht umweltfreundlich. 

Die antiallergische Bettwäsche in den Trockner zu geben, ist übrigens nicht nötig. Milbenfrei ist sie schon nach den hohen Temperaturen in der Waschmaschine, sodass Sie die Bettwäsche einfach und schonend auf dem Wäscheständer trocknen können.

Falls Sie sich doch für den Trockner entscheiden, sollten die Temperaturen nicht zu hoch sein.

Wie oft muss man Allergiker-Bettwäsche waschen?

Es empfiehlt sich, antiallergische Bettwäsche idealerweise jede Woche zu wechseln. Anders sieht es bei Encasings aus: Diese müssen nur jedes Vierteljahr und am besten einzeln in die Maschine wandern. Allzu häufiges Waschen ist bei Encasings sogar kontraproduktiv, denn dabei kann die isolierende Wirkung verloren gehen.

Wenn Sie die Bettwäsche wechseln, werden unweigerlich die Partikel aufgewirbelt, die allergische Reaktionen auslösen. Besser wäre es deshalb, wenn eine andere Person diese Aufgabe übernimmt. Da sich das aber natürlich in der Praxis bei weitem nicht immer umsetzen lässt, empfehlen wir, beim Ab- und Beziehen des Bettes ganz einfach eine Staubschutzmaske zu tragen.

Allergie gegen Hausstaubmilben kann sehr lästig sein – kann, muss aber nicht! Denn wenn Sie mithilfe von atmungsaktiver Bettwäsche und einem gut durchlüfteten Raumklima vorsorgen, brechen für die Milben schlechte Zeiten an. Und dann heißt es für Sie selbst endlich wieder: Gute Nacht!


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