Welcher Matratzen-Härtegrad bei Kindern sinnvoll ist

 
25.01.2019

Babys und Kleinkinder sollten auf möglichst harten Matratzen schlafen, damit sie nicht zu tief in die Matratze einsinken können: Auf diesen Tipp stoßen Eltern schnell, wenn sie sich über den Härtegrad einer Matratze für ihr Kind informieren wollen. Doch worauf beruht diese Empfehlung und was muss man noch beachten, um den passenden Härtegrad der Kindermatratze zu finden? Das und mehr lesen Sie hier!

Was ist der richtige Härtegrad bei einer Matratze für Kinder?

Sowohl Matratzen für Kinder als auch für Erwachsene gibt es in unterschiedlichen Härtegraden. Die sind allerdings ein Streitthema: Manche bezeichnen die Härtegradmessung als reine Spielerei, andere sehen die Matratzen-Festigkeit als eins der wichtigsten Entscheidungskriterien. Fangen wir also ganz von vorne an, nämlich mit der Frage, woran man den Härtegrad eigentlich festmacht und wie das mit der Gesundheit Ihres Kindes zusammenhängt.

Wie wird der Härtegrad gemessen?

Grundlage für den Härtegrad einer Matratze ist theoretisch die DIN-1957-Norm. Praktisch wiederum werden diese genormten Prüfverfahren von jedem Anbieter unterschiedlich ausgelegt. Ein einheitliches Messverfahren, mit dem sich standardisierte Härtegrade festlegen lassen, gibt es bis dato nicht.

Meist wird der Härtegrad vom Hersteller mit dem Buchstaben H oder F (Festigkeit) angegeben und einem bestimmten Körpergewicht zugeordnet. Bei einem Gewicht von maximal 60 Kg wird zum Beispiel H1 empfohlen, d.h. eine weiche bzw. mittelweiche Matratze.

Bei Baby-, Kinder- und Jugendmatratzen sieht es wieder ein bisschen anders aus: Diese Matratzen in viele verschiedene Härtegrade einzuteilen, ist grundsätzlich wenig sinnvoll. Das liegt daran, dass sehr weiche Matratzen für junge Menschen nie so gut sind wie mittelharte oder harte Liegeflächen.

Wie sich die Matratzenhärte der Kinder- und Jugendmatratze auswirkt

Wie sich die Matratzenhärte der Kinder- und Jugendmatratze auswirktDass die Wirbelsäule im Schlaf gerade liegen kann, ist natürlich bei Erwachsenen genauso wichtig. Bei Kindern aber befindet sie sich noch im Wachstum und die Doppel-S-Form bildet sich erst heraus. Umso mehr sollte die Wirbelsäule nachts optimal gestützt und „gerades“ Liegen ermöglicht werden.

Welcher Härtegrad einer Kindermatratze hat also diesen Effekt? Das hängt von mehreren Faktoren ab, nämlich neben der Körpergröße außerdem vom Gewicht, den Proportionen und der bevorzugten Schlafposition. Zugegebenermaßen spielen die Proportionen bei heranwachsenden Menschen lang keine so große Rolle wie bei Erwachsenen, ganz außer Acht gelassen werden sollten sie deshalb jedoch auf keinen Fall.

Was passiert, wenn die Kinderbettmatratze zu weich ist?

Wenn wir in diesem Zusammenhang von einer „zu weichen“ Matratze sprechen, meinen wir damit nicht ein ausgesprochen weiches Liegegefühl, sondern vielmehr einen zu geringen Härtegrad. Ist das der Fall, liegt die Wirbelsäule des Kinds krumm bzw. hängt der Rücken durch, ungefähr so wie in einer Hängematte.

Schläft ein Kind nun in der Wachstumsphase dauerhaft auf einer zu weichen Matratze, sind Rückenschmerzen bis hin zu Fehlbildungen die möglichen Folgen. Wenn Ihr Kind morgens oft über Kopf- oder Rückenschmerzen klagt, deutet das auf Verspannungen im Schulter-/Nacken-/Rückenbereich hin und es könnte womöglich der falsche Matratzen-Härtegrad dahinterstecken.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, schauen Sie am besten beim Probeliegen ganz genau hin: Ob die Wirbelsäule des Kinds gerade oder eher durchgebogen ist, sieht man, wenn man den Rücken betrachtet, während das Kind auf der Seite liegt.

Übrigens kann statt einer zu weichen Matratze auch das Gegenteil eintreffen und die Matratze zu hart sein. Achten Sie also genauso auf eine mögliche Krümmung nach oben und fragen Sie Ihr Kind nach einigen Nächten, wie es sich auf der neuen Matratze fühlt. Bei den meisten Händlern gibt es eine Rückgabegarantie.

Federkern- oder Kaltschaum – was passt besser als Matratze fürs Kinderbett?

Matratzenmaterialien gibt es viele, und dementsprechend unterscheiden sich die jeweiligen Härtegrade. Hier ein kurzer Überblick, welche gängigen Varianten bei Kindermatratzen oft zum Einsatz kommen und welche Eigenschaften damit verbunden sind:

  • Kaltschaum: Kaltschaummatratzen sind sehr punktelastisch, d.h. sie entlasten die Wirbelsäule gut. Durch die großporige Struktur sind sie luftdurchlässig und Feuchtigkeit wird schnell abtransportiert.
  • Kindermatratzen aus Naturlatex(Natur-)Latex: Latexmatratzen  sind noch punktelastischer als Modelle aus Kaltschaum und ebenso atmungsaktiv. Auch hier ist das Liegegefühl eher fest, wird aber nicht als hart empfunden. Als Bonus sind Matratzen aus (Natur-)Latex außerdem sehr langlebig. Sie eignen sich bestens für Kinder und Erwachsene.
  • Kokos: Matratzen mit Kokosfasern sind die härteste Variante. Vor allem im Säuglingsalter bieten sie eine gute Stütze für die Wirbelsäule, von größeren Kindern werden sie womöglich als zu hart empfunden. Modelle mit einer Kokos- und einer Latexseite sind deshalb äußerst praktisch.
  • Federkern: Der Name leitet sich von den Drahtfedern im Inneren der Matratze ab. Der Härtegrad entsteht durch die Stärke des verwendeten Drahts und der Anzahl der Federwindungen. Matratzen mit einem Drahtdurchmesser von 2,0 mm sind zum Beispiel deutlich weicher als solche mit 2,4 mm.

Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass Federkernmatratzen in vielen Fällen eher flächenelastisch sind, die Wirbelsäule wird also nicht punktgenau gestützt. Die Drahtfedern stellen zudem einen Metallanteil dar. Für gesunden Schlaf ist es besser, wenn im Bett und im Schlafzimmer allgemein möglichst wenig Metall (und Elektrogeräte) zu finden sind.

Brauchen Kinder eine harte oder weiche Matratze?

Der Satz „Kinder brauchen harte Matratzen!“ gilt nicht selten als oberstes Gebot bei der Wahl des Härtegrads. Allerdings ist das eine stark vereinfachte Aussage und keine universell gültige Regel. Denn letztendlich hängt die ideale Festigkeit unter anderem vom Gewicht des Kindes ab – ganz zu schweigen von der Tatsache, dass das Kind trotz aller gesundheitlichen Überlegungen trotzdem noch bequem liegen können sollte...

Kann man mit einer Gewichtstabelle für Kleinkinder den Härtegrad bestimmen?

Jedes Kind entwickelt sich unterschiedlich schnell; einem bestimmten Alter pauschal ein Körpergewicht zuzuordnen, ist daher nur bedingt möglich. Eine gute Orientierung bietet aber die Wachstums- und Gewichtsskala der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Mit dieser Skala können Sie in etwa einschätzen, in welchem Alter Ihr Kind welches Körpergewicht erreicht haben wird. Dieser Wert wiederum ermöglicht eine Schätzung, welche Matratzenhärte im Lauf der ersten Lebensjahre sinnvoll sein könnte.

An dieser Stelle sei jedoch ebenfalls erwähnt, dass es für den Härtegrad einer Kindermatratze im Zusammenhang mit dem Körpergewicht kein Schema F gibt. Wichtig ist vor allem der Wechsel des Härtegrads zwischen Baby- und Kleinkind- sowie zwischen Kinder- und Jugendalter. Der sicherste Weg ist und bleibt dabei eine individuelle Fachberatung, hier trotzdem noch ein paar grundlegende Tipps!

Härtegrad für BabymatratzenHärtegrad der Babymatratze

Die Matratze für die ersten Monate im Leben sollte möglichst hart sein.

Das liegt erstens an der noch sehr empfindlichen Wirbelsäule und zweitens daran, dass das Baby auf keinen Fall tiefer als 2-3 cm in die Matratze einsinken sollte. So kann es nachts frei atmen und schläft dadurch ganz sicher.

Härtegrad der Kindermatratze: 2-3 Jahre

Laut der oben genannten WHO-Skala liegt das Körpergewicht eines normalgewichtigen Kindes in diesem Alter (abhängig vom Geschlecht) zwischen rund 11 Kg und 14 Kg. Der Härtegrad der Matratze kann jetzt so angepasst werden, dass das Kind bis zu 4 cm einsinkt.

Härtegrad der Kindermatratze: 4-6 Jahre

Ein normalgewichtiges Kind wiegt in dieser Zeit in der Regel zwischen 16 Kg und 20 Kg. Jetzt bietet sich ein mittlerer Härtegrad an, idealerweise sollte die Punktelastizität nach wie vor hoch sein. Ab diesem Alter kann zum Beispiel bei einer Matratze mit zwei unterschiedlichen Härtegraden auf die etwas nachgiebigere gewechselt werden.

Welcher Härtegrad bei Kindermatratzen wirklich der beste ist

Bei der Festigkeit der Matratze kommt es auf mehr als nur einen Faktor an. Der optimale Härtegrad der Kindermatratze ist dann gefunden, wenn die folgenden Punkte zutreffen:

  • Das Kind liegt auch auf Dauer bequem.
  • Die Matratze ist auf Körpergewicht, Größe und Schlafposition abgestimmt, sodass die Wirbelsäule immer gerade liegt.
  • Der Härtegrad der Matratze wird durch einen passenden Lattenrost unterstützt.

Nehmen Sie sich am besten viel Zeit für die Suche nach der passenden Matratze für Ihr Kind: Seine Rückengesundheit wird es Ihnen danken!

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