Schurwolle, Baumwolle, Sisal, Hanf, Jute oder doch lieber ein anderes Naturmaterial? Teppiche aus Naturfasern erfreuen sich großer Beliebtheit und das nicht ohne Grund. Hier erfahren Sie alles über die Vorteile der Materialien, wie Sie den idealen Naturteppich für Kinderzimmer und Co. finden und wie Sie einen Teppich aus Naturfasern reinigen können!

Vorteile von Teppichen aus Naturfasern

Nicht nur bezüglich Nachhaltigkeit sind Naturteppiche eine gute Wahl. Auf lange Sicht tun Sie mit einem Naturteppich sogar der Gesundheit etwas Gutes, denn Naturmaterialien schaffen ein gutes Raumklima. Sie nehmen Luftfeuchtigkeit auf und geben sie wieder ab, sobald die Raumluft zu trocken wird. Das Ergebnis: ein gesundes, schadstoffbefreites Klima im Innenraum.

Auch Allergiker profitieren von Naturteppichen, denn diese sind antistatisch, sodass Feinstaub aus der Luft gebunden wird. Gesellt sich zur Staub- eine Tierhaarallergie, greifen Sie statt zur Schafwolle einfach zu einer Pflanzenfaser. Zudem schlucken Naturfasern Schall, sodass im Raum mehr Ruhe herrscht. Gerade im Wohnzimmer trägt das zur Entspannung bei. Aber auch im Kinderzimmer, wo es oft lebhaft zugeht, ist dieses Mittel zur Trittschalldämmung praktisch.

Naturteppiche von der Küche bis ins Kinderzimmer

Naturteppiche sind grundsätzlich reißfest und halten einige Strapazen aus. Bei einem Wohnaccessoire, das täglich mit Füßen getreten wird, zahlt sich diese Eigenschaft schnell aus. Bei der Auswahl Ihres Naturteppichs kommt es dann unter anderem darauf an, in welchem Raum mit welchem Zweck er zum Einsatz kommt.

Naturteppiche im Kinderzimmer

Da das Kinderschlafzimmer gleichzeitig auch Spielzimmer ist, muss der Naturteppich hier natürlich einiges aushalten. Für die Strapazen des Kinderalltags eignen sich Sisal- oder Schurwollteppiche sehr gut, da sie reißfest sind und auch kleinen Hausstauballergikern das Leben leichter machen.

Bei Baumwollteppichen erlaubt das Material viele bunte Designs und kann in der Waschmaschine gereinigt werden. Schafschurwolle ist deshalb aber nicht unhygienischer, sondern überzeugt vielmehr mit selbstreinigenden Eigenschaften. Jegliche Wollarten eignen sich übrigens immer gut für das Schlafzimmer, da sie das Raum- und damit auch das Schlafklima positiv regulieren.

Naturteppich in der KücheNaturteppiche in der Küche

Für den Küchenbereich bieten sich Sisal- oder Hanfteppiche an, da beide Stoffe sehr strapazierfähig sind.

Schurwolle etwa hat zwar ebenfalls diese Eigenschaft, ist aber für die Küche nur bedingt geeignet, da doch gelegentlich Wasser oder Lebensmittel auf den Stoff gelangen können und sich die Pflanzenfasern besser davon befreien lassen.

Naturteppiche in Flur und Wohnzimmer

In den Eingangs- und Wohnbereich passen Naturteppiche aller Art perfekt, da sie wie erwähnt trittschalldämmende Wirkung haben. Und auch schmutzige bzw. staubige Straßenschuhe, mit denen der Läufer im Vorraum gegebenenfalls betreten wird, stellen kein Problem dar.

Im Wohnzimmer schafft der Naturteppich ein gemütliches Flair – ganz unabhängig von der Naturfaser. Wenn Sie planen, den Teppich in der Nähe eines Kachelofens oder Kamins zu platzieren, bieten sich allerdings schwer entflammbare Materialien wie Schafwolle an.

Naturteppiche im Badezimmer

Bei all ihren Vorteilen muss dennoch auch erwähnt werden, dass Naturteppiche konstante Feuchtigkeit nicht allzu gut vertragen. Das ist durchaus logisch, stammen doch die Fasern für die Teppiche von Tieren und Pflanzen, die sich eben nicht rund um die Uhr in feuchtem Klima befinden. Ein Badteppich muss jedoch eine gewisse Resistenz gegen Spritzwasser, nasse Füße etc. mitbringen.

Vor allem Hanf und Schurwolle eignen sich daher nicht für das Badezimmer, da sie sich bei viel Nässe verformen und unangenehme Gerüche entstehen können. Grundsätzlich sollte der Naturteppich, sofern er im Bad eingesetzt wird, nicht unmittelbar in Nassbereichen liegen.

Schurwolle & Co.: Ihr perfekter Naturteppich

Sie möchten einen Naturteppich, können sich aber nicht für ein Material entscheiden? Hier finden Sie die wichtigsten Fakten zu den einzelnen Fasern!

Teppiche aus Schafschurwolle

Schurwolle von lebendigen Schafen gehört zum Klassiker für die Herstellung von Naturteppichen.

Teppich aus Schafwolle

Das liegt nicht nur daran, dass zwischen den einzelnen Haaren Wärme sehr effektiv gespeichert wird. Das Keratin in den Tierhaaren neutralisiert zudem Schadstoffe, während das Lanolin schmutz-, staub- und feuchtigkeitsabweisend wirkt.

Ein Teppich aus Schafschurwolle ist außerdem pflegeleicht: Schon regelmäßiges Lüften und Ausklopfen reicht, um die Qualitäten der hochwertigen Wolle zu erhalten.

Da der Teppich lange seine Form behält und keine Druckstellen entwickelt, investieren Sie hier nicht zuletzt in Langlebigkeit.

Baumwollteppiche

Bei Allergie gegen Tierhaare leistet ein Baumwoll-Naturteppich ebenso gute Dienste. Der Vorteil: Baumwolle ist noch strapazierfähiger als Schafwolle und verträgt in der Regel auch einen Maschinenwaschgang. Das ist besonders praktisch, wenn in Ihrem Haushalt kleine Kinder oder Haustiere leben. Ein Baumwollteppich ist darüber hinaus leichter als das Schafwollpendant, reguliert dabei aber in gleichem Ausmaß das Raumklima.

Sisal-Naturteppiche

Die Fasern für diesen Naturteppich stammen aus der Sisal-Agave. Das Material bindet Feuchtigkeit und Staub, sodass wieder die Regulierung des Raumklimas bestens unterstützt wird. Übrigens passt auch ein Sisalteppich ausgezeichnet vor Ihren Kamin, da die Fasern nicht schnell entflammbar sind. Bezüglich Hygiene gilt: Schon regelmäßiges Staubsaugen reicht in der Regel, um Alltagsschmutz zu entfernen. Zum Beispiel in den Flur passt dieser sehr strapazierfähige Naturteppich also bestens.

Hanfteppiche

Die Hanfpflanze feiert ihre Rückkehr! Sie ist die älteste Nutzpflanze und ein außergewöhnlich robustes, widerstandsfähiges Material. Das ist auch der Grund, warum Hanffasern seit Jahrhunderten für Taue in der Schifffahrt und Bergsteigerseile verwendet werden.

Von einem Hanfteppich profitiert erneut die Raumluft. Der wesentliche Unterschied zu Schur- und Baumwolle liegt hier in der Oberflächenstruktur: Ein Teppich aus Hanffasern hat eine deutlich rauere Oberfläche, weshalb das Material sich unter Umständen besser für Flur und Küche eignet als für das (Kinder-)Schlafzimmer oder als Sofavorleger.

Juteteppiche

Ein Teppich aus Jutefasern hat im Gegensatz zu Hanfteppichen eine weiche Oberfläche bei gleicher Reißfestigkeit. Trotz der geschmeidigen Haptik sind Jutefasern sehr fest, sodass sich auch keine einzelnen Fäden ablösen. Da sich Jute problemlos einfärben lässt, können Sie hier aus einer großen optischen Vielfalt wählen.

Von rund bis rechteckig: Naturteppich-Arten

verschiedene Arten von NaturteppicheOb ein runder oder eckiger Naturteppich besser in Ihre Wohnung passt, hängt natürlich ganz vom Einsatzzweck ab.

Ein runder Teppich aus Naturfasern ist beispielsweise eine ideale Fußunterlage unter dem Schreibtisch oder vor dem Bett. Auch ein runder Ess- oder Wohnzimmertisch wird durch einen unterlegten runden Naturteppich schön hervorgehoben.

Große, rechteckige Naturteppiche hingegen eignen sich bestens für weiträumige Bodenflächen, zum Beispiel im Wohn- oder Schlafzimmer. Ein Naturteppich unter dem Bett etwa isoliert von unten her, was besonders im Winter angenehm ist. In Form eines Läufers oder ähnlichen Formaten bietet sich auch für den Eingangsbereich das rechteckige Naturteppich-Format an.

Unabhängig von der Form Ihres Naturteppichs ist vor allem wichtig, ein Modell in der richtigen Größe zu wählen. Ist der Teppich zu klein, kommt er nicht richtig zur Geltung und kann im Raum verloren wirken.

Naturteppich reinigen: Was zu beachten ist

Bei der Reinigung eines Naturteppichs kommt Ihnen stets die Tatsache zugute, dass die oben genannten Materialien relativ pflegeleicht sind. Empfehlenswert ist es, den Teppich regelmäßig abzusaugen. Allerdings sollten Sie auf einen Bürstenaufsatz verzichten, da die Fasern sonst schnell aufgeraut werden.

Natürlich kann es trotz aller Vorsicht immer passieren, dass auf einem Teppich Flecken entstehen. Diese entfernen Sie möglichst, sobald sie entstanden sind, denn je länger der Fleck besteht, desto tiefer kann er in die Fasern eindringen.

Schafschurwolle: die tierische Faser

Kein Schaf schrubbt sich tropfnass mit einer harten Bürste ab – und dementsprechend vorsichtig sollten Sie bei der Reinigung Ihres Schurwollteppichs vorgehen. Verzichten Sie auf Chemikalien und alkalische Lösungen.

Stattdessen können Sie etwas sprudelndes Mineralwasser auf Flecken geben und einen leicht angefeuchteten Lappen verwenden, um die Flecken sanft auszuwischen. Mit einer kleinen, weichen Bürste können Sie auch versuchen, den Fleck in Wuchsrichtung auszukämmen.

Dafür ist natürlich jeweils etwas Geduld nötig, doch der Zeitaufwand lohnt sich: Grobes Schrubben richtet mehr Schaden an, als es nützt, während vorsichtiges Wischen und Kämmen nicht schadet. Anschließend sollte der Teppich gut getrocknet werden, indem Sie die feuchte Stelle abwechselnd mit dem Föhn erhitzen und auslüften.

 Pflanzliche Fasern

Auch Hanf, Jute, Baumwolle und Sisal sollten bei der schnellen Reinigung nicht triefnass werden und müssen nach der Wasserbehandlung gründlich an der Luft trocknen, da sich sonst Schimmel bilden kann.

Vermeiden Sie säurehaltige Mittel und verwenden Sie im Zweifelsfall lieber sparsam Kern- oder Gallseife. Beides kann im Übermaß jedoch die Fasern strapazieren und ausbleichen, hier ist also weniger mehr. Verkrustete Flecken können Sie mit einem stumpfen Gegenstand, zum Beispiel einem Löffelstiel, abkratzen und dann einsaugen.

Naturteppiche: die Nummer 1 für jeden Boden

Ein hochwertiger Naturteppich reguliert das Raumklima, ist antistatisch, langlebig, angenehm unter den Füßen und bringt sofort mehr Wohnlichkeit in die vier Wände. Bei regelmäßigem Staubsaugen und Ausklopfen an der frischen Luft ist eine Reinigung in der Waschmaschine oder mit chemischen Substanzen auch gar nicht nötig und Sie können sich viele Jahre an Ihrem Teppich aus Naturfasern freuen.

Damit der Boden unter Ihrem Naturteppich ebenso schön bleibt, empfiehlt sich eine Teppichunterlage. Diese sorgt für mehr Rutschfestigkeit und schont zugleich zum Beispiel lackierte Holzböden davor, matt oder durch einen bunten Teppich verfärbt zu werden. Und jetzt: Viel Spaß bei der Auswahl Ihres perfekten Naturteppichs!