Probleme mit dem Durchschlafen treten in Österreich immer häufiger auf, dabei ist erholsamer Schlaf das Um und Auf für körperliche und seelische Gesundheit. In diesem Artikel erfahren Sie, warum immer weniger Menschen gut schlafen, welche Auswirkungen zu wenig Schlaf auf unseren Körper hat und was Sie mit einfachen Hausmitteln dagegen unternehmen können, sollten Sie selbst davon betroffen sein.

Eine Studie der Med-Uni Wien hat 2018 einen bedenklichen Trend zu Tage gefördert: Immer mehr Österreicher leiden an Schlafstörungen, nur die Hälfte schläft gut. Für die Studie wurden 1000 Teilnehmer befragt und diese Zahlen mit Studienergebnissen von 2007 verglichen. Dabei wurde festgestellt, dass immer mehr Menschen an Schlafstörungen leiden. Dass das nicht so sein muss, werden wir Ihnen hier zeigen.

Definition: Was sind Durchschlafstörungen?

 Probleme mit der Nachtruhe können sehr vielfältig sein – es gibt Einschlaf- und Durchschlafstörungen genauso wie untypisches Verhalten während des Schlafens (Schlafwandeln). Ist der Schlaf nicht erholsam, beeinträchtigt das die Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität.

Mögliche Ursachen von DurchschlafstörungenEine durchbrochene Nacht wird dann zu einem relevanten Störfaktor, wenn dieser Zustand über einen längeren Zeitraum anhält und sich der Betroffene tagsüber müde und erschöpft fühlt. Also ist nicht alles gleich eine Schlafstörung; von einer solchen spricht man, wenn der schlechte Schlaf als krankhaft empfunden wird und das tägliche Leben über längere Zeit beeinträchtigt.

Der Mediziner verwendet in diesem Fall das Wort Insomnie und unterscheidet zwischen organischer und nicht-organischer Form derselben. Im Unterschied zur Schlaflosigkeit gibt es auch noch ein krankhaftes, gesteigertes Schlafbedürfnis, das man als Hypersomnie bezeichnet.

Symptome: Sie finden schwer wieder in den Schlaf

Sie sind mitten in der Nacht plötzlich munter und zwar müde, können aber nicht mehr einschlafen? Wenn dieser Zustand wiederholt auftritt, handelt es sich um eine Durchschlafstörung: Damit ist der Umstand gemeint, bereits nach einiger Zeit wieder zu erwachen oder zu früh am Tag munter zu werden. Von einer Einschlafstörung wiederum spricht man, wenn jemand länger als 30 Minuten braucht, um in Morpheus‘ Arme zu finden.

Die Wachphasen in der Nacht können die Schlafqualität stark beeinträchtigen. Manche Menschen finden nach dem ersten Aufwachen in der Nacht stundenlang nicht mehr zur Ruhe und schlafen erst in den frühen Morgenstunden weiter. Andere sind um vier Uhr plötzlich munter und können nicht mehr einschlafen, obwohl sie noch nicht ausgeruht sind. Beide Arten von Durchschlafproblemen beeinträchtigen die Gesundheit.

Ursachen für Durchschlafstörungen

Die Ursachen für Schlafstörungen sind zahlreich und können sowohl im seelischen als auch im körperlichen Bereich liegen. Stress und berufliche oder private Sorgen beeinflussen die Schlafqualität, oft auch, wenn der Anlass schon bereinigt wurde. Vor allem, wenn Sie sich in den Phasen des gestörten Schlafes ungesunde Verhaltensweisen angewöhnt haben, kann Sie das noch länger beeinträchtigen.

Kaffee vermeiden bei DurchschlafstörungenSie sind von allem genervt, trinken zu viel Kaffee, sind am Tag ständig müde und tun sich trotzdem mit dem Durchschlafen schwer? Koffein beeinflusst den Schlaf noch Stunden nach dem Konsum. Wer empfindlich ist, sollte schon ab der Mittagszeit ganz darauf verzichten. Auch andere Umstände wie unregelmäßige Schlafgewohnheiten oder ausgedehnte Mittagsschläfchen können Schlafstörungen auslösen.

Nicht nur ein gestörter Rhythmus oder ungesunde Ernährung können die Nachtruhe unterbrechen, auch psychische Erkrankungen wie Depressionen können Ursachen sein. Andere Gründe findet man in körperlichen Leiden wie Atmungsstörungen. Vor allem das Schlafapnoe-Syndrom beeinträchtigt den Schläfer: Es kommt zu Atemaussetzern, die den Organismus zum Aufwachen zwingen, weil Sauerstoff benötigt wird.

Darüber hinaus gibt es auch noch andere organische Ursachen – beispielsweise verschiedene Erkrankungen des Hirns wie etwa Morbus Parkinson, Schmerzen aller Art, Infektionen, Verdauungsstörungen, Fieber oder Krebs. Außerdem klagen viele Frauen in den Wechseljahren über Probleme mit dem Durchschlafen – dazu lesen Sie unten mehr.

Welche Auswirkungen hat Schlafmangel?

Die Auswirkungen unzureichenden Schlafens auf die Gesundheit sind vielfältig. Zu wenig Schlaf schwächt das Immunsystem – Krankheitserreger haben leichtes Spiel. Als wäre das nicht genug, wird man, wenn man müde ist, unaufmerksam – die Unfallgefahr steigt. Auch das Gedächtnis und die Denkleistung überhaupt lassen bei Schlafmangel nach.

Das Ergebnis von unruhigen Nächten spürt man oft an den Hüften: Unausgeschlafen neigt man dazu, mehr zu essen. Während es noch vergleichsweise harmlos ist, einmal einige Nächte nicht ausreichend und gut zu schlafen, sieht die Sache bei chronischem Schlafmangel schon anders aus.

Chronische Insomnie und deren Folgen

Die ein oder andere durchbrochene Nacht hat noch keine Auswirkungen auf den Körper, bei ständigem Schlafmangel besteht allerdings ein erhöhtes Risiko für:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Herzinfarkte
  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Stoffwechselerkrankungen

Auch die Gefahr psychischer Leiden wie Depression nimmt mit zu wenig Schlaf zu.

Kurz: Schlechte Schlafqualität beeinträchtig Gesundheit und Lebensqualität, ist aber nichts, was Sie als gottgegeben hinnehmen sollten, wenn nicht unbehandelbare organische Ursachen vorliegen. In den allermeisten Fällen lässt sich etwas gegen schlechten Schlaf unternehmen!

Was hilft bei Durschlafstörungen?

 Wenn Ihre Nachtruhe durch häufiges Aufwachen und/oder erschwertes Wieder-Einschlafen gestört ist, gibt es eine Reihe von Mitteln und Verhaltensregeln, die Sie berücksichtigen können, damit auch Sie wieder so selig schlafen wie ein Baby.

Hausmittel: Hilfe aus Großmutters Küchenschrank

Hausmittel bei DurchschlafstörungenSchon Großmutter wusste, dass eine heiße Milch mit Honig den Schlaf positiv beeinflusst. Auch wenn nicht wissenschaftlich erwiesen ist, dass das darin enthaltene Hormon Melanin in der aufgenommenen Menge tatsächlich schlaffördernde Wirkung hat, kann ein Versuch sicher nicht schaden – manchen Menschen hilft die Milch allein durch den Placebo-Effekt.

Kamille, Baldrianwurzel, Lavendel, Zitronenmelisse, Passionsblume, Magnolienrinde, .... die Liste der beruhigenden Käutertees, die den ungehinderten Schlaf unterstützen, ist lang. Daneben sind noch Käutertee-Mischungen wie Guten-Abend- oder Gute-Nacht-Tee erhältlich. Am besten trinkt man den heißen Tee vor dem Schlafengehen.

Andere Hausmittel sind entspannende Duftöle wie Baldrian, Hopfen oder Lavendel oder die Einnahme von Magnesium. Das Mineral entspannt die Muskeln und hilft dem Körper, besser zu schlafen. Es ist in vielen Lebensmitteln wie Hirse oder Vollkornprodukten enthalten – der richtige Speiseplan beeinflusst die Schlafqualität enorm.

Homöopathie: Für jedes Beschwerdebild das richtige Kügelchen

Neben den verschiedenen Hausmitteln wird besonders gern zu homöopathischen Produkten gegriffen, um das Durchschlafen zu erleichtern. Wir haben für Sie recherchiert welche Kügelchen dabei besonders effektiv sein sollen. Vor allem bei den Globuli richtet sich die richtige Auswahl nach den konkreten Beschwerden – hier haben wir eine kleine Auswahl für Sie zusammengestellt:

  • Actonium: bei plötzlicher panischer Angst; Umherwerfen im Bett; Aufschrecken aus dem Schlaf; Herzklopfen und Todesangst
  • Argentum nitricum: bei Unruhe, Nervosität und Zittern; Angst, zu verschlafen oder zu spät zu kommen bzw. um die Gesundheit; lautes Aufstoßen und/oder Durchfälle
  • Arnica: bei Zerschlagenheitsgefühl; wenn sich das Bett zu hart anfühlt; Ruhelosigkeit
  • Arsenicum album: bei Erwachen nach Mitternacht; starke Unruhe, Panikattacken; Ruhelosigkeit; Angst um die Gesundheit und vor dem Tod
  • Coffea: bei Schlaflosigkeit durch zu viele Gedanken; Überdrehtsein; ekstatischen Zuständen und erregtem Gemüt; Überempfindlichkeit gegen Lärm
  • Nux vomica: bei Ehrgeiz, Überarbeitung und Nervosität; Überempfindlichkeit gegen Licht und Geräusche; Kopfschmerzen

Weitere Informationen um die zahlreichen Beschwerdebilder und die richtige Auswahl der Globuli finden Sie zum Beispiel hier.

TCM: Zu viel Hitze tut nicht gut

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird guter Schlaf als wichtige Voraussetzung für das Gleichgewicht von Yin und Yang betrachtet. Das Yang gibt tagsüber Energie, wenn es am Abend aufgebraucht ist, nimmt das Yin an Stärke zu und der Mensch wird müde. Wenn das nicht funktioniert, kann das viele Gründe haben.

Einer davon ist zu viel Hitze: Die Ursachen dafür können in ungesunder Ernährung, Überanstrengung oder vielem mehr liegen. Wichtig ist zunächst, den Grund für die Durchschlafprobleme zu beseitigen und alles zu vermeiden, was Sie zusätzlich erhitzen könnte – zum Beispiel: Sauna, scharfe Gewürze oder Alkohol.

Kleine Veränderung, große Wirkung: Schlafhygiene

Schlafhygiene ist das Einmaleins des gesunden Ein- und Durchschlafens. In aller Kürze hier sechs Tipps:

#1: Verwenden Sie das Bett nur zum Schlafen!
#2: Keine langen Wachphasen im Bett!
#3: Treiben Sie regelmäßig Sport!
#4: Metalle raus aus dem Bett!
#5: Die ideale Temperatur im Schlafzimmer liegt um 18 Grad.
#6: Kein Smartphone vor dem Schlafen!

Weitere Informationen über perfekten Schlaf finden Sie im LaModula-Lexikon!

Medikamente gegen Schlafstörungen

Medikamente sind immer das letzte Mittel, zu dem man erst greifen sollte, wenn alle anderen Maßnahmen ihre Wirkung verfehlt haben und man außerdem bereits einen Arzt konsultiert hat. Wenn man sich dazu entschließt, Medizin zu schlucken, sollte man pflanzliche Mittel ausprobieren, bevor man es mit Schlaftabletten versucht.

Viele pflanzliche Medikamente helfen gegen Unruhezustände und Schlafstörungen: vor allem Baldrian, Hopfen, Melisse, Passionsblume, Johanneskraut oder Lavendel werden empfohlen. Dabei muss man nicht zwangsläufig auf die Tablettenform zurückgreifen, es gibt auch Tropfen, Tee, Aroma-Öle und Badezusätze mit diesen Inhaltsstoffen.

Die Wechseljahre und schlaflose Nächte

Viele Frauen im Wechsel können zu ihrem Leidwesen ein Lied davon singen: Sie bekommen nachts die Augen nicht mehr zu. Hormonelle Ungleichgewichte können Ein- und Durchschlafstörungen verursachen – auf Dauer wirkt das für Körper und Seele belastend. Ursache für das häufige Auftreten von Schlafstörungen in den Wechseljahren ist unter anderem die Veränderung des Hormonhaushaltes, die auch die Schlafphasen beeinflussen kann.

Schlafprobleme in den WechseljahrenEin anderes Symptom, das viele Damen während dieser Zeit plagt, sind nächtliche Hitzewallungen. Sie führen zu unangenehmen Schweißausbrüchen mit anschließendem Erschaudern – so wird ein ruhiges Durchschlafen unmöglich. Auch das abendliche Grübeln über sich selbst oder die Rolle als Frau in der Gesellschaft nimmt im Klimakterium manchmal zu.

In den Wechseljahren hilft es wie in allen anderen Lebensphasen auch, auf die Schlafhygiene zu achten. Sollten diese Maßnahmen zu keiner Verbesserung führen, ist es ratsam, die Ursache der Schlafstörung abklären zu lassen. Von einer Störung des Schlafes spricht man, wenn die Symptome in mindestens drei Nächten der Woche über einen Zeitraum von zumindest einem Monat auftreten.

Wenn Kinder nicht durchschlafen

Kinder, die nachts nicht schlafen, stellen ihre Eltern vor eine große Herausforderung. Eine Studie hat gezeigt, dass Mütter und Väter bis zu sechs Jahre lang schlechter schlafen als vor der Schwangerschaft der Frau. Babys müssen erst lernen durchzuschlafen und den Tag- und Nacht-Rhythmus zu erkennen – es ist normal, wenn Säuglinge nicht die ganze Nacht schlafend verbringen.

Größere Kinder können nächtens ebenfalls öfter aufwachen – das ist völlig natürlich, auch Erwachsene werden immer wieder munter, finden im Normalfall aber recht rasch wieder in den Schlaf zurück. Kinder müssen sich meist erst versichern, dass ihre Umgebung sicher ist und Bindungspersonen in der Nähe sind – aus evolutionsbiologischer Sicht ist das ein sehr sinnvolles Verhalten.

Was hilft, wenn Kinder nicht durchschlafen, ist, ihnen ein geborgenes Umfeld zu schaffen, in dem sie sicher und beruhigt in den Schlaf finden können. Außerdem gelten die Regeln, die eine gute Schlafhygiene betreffen, auch für die Kleinen. Ein angenehmes Schlafklima mit einem gemütlichen Einschlafritual, das nicht variieren sollte, kann Wunder bewirken, um die Kinder in ihren Schlafrhythmus zu begleiten. Und dann heißt es für die ganze Familie endlich wieder: gute Nacht!