Wenn Sie in ein Fachgeschäft gehen, um sich wegen eines Kissens beraten zu lassen, sollte die erste Frage, die Ihnen gestellt wird, die nach Ihrer bevorzugten Schlafposition sein. Denn ein passionierter Rückenschläfer hat andere Bedürfnisse als jemand, der lieber auf dem Bauch ins Traumland reist. Wählt man das falsche Kissen, kann das mitunter zu Verspannungen, Schlafproblemen und infolgedessen sogar zu Kopfschmerzen und Erschöpfung untertags führen. Aus diesem Grund sollten Sie die Wahl Ihres Kissens keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. Wir verraten Ihnen, worauf es beim Kissenkauf ankommt.

Die Rolle der Schlafgewohnheiten

Es gibt, grob gesagt, zwei verschiedene Arten von Kissenbenutzern – es gibt die „Kissen-Knuddler“, die ein großes mit Federn oder Flocken gefülltes Kissen bevorzugen, das sie zusammengeknuddelt unter den Kopf schieben und die Ruhigen, die die meiste Zeit brav auf ihren Formkissen liegen. Die Übergänge zwischen den beiden Gruppen sind allerdings fließend.

Egal, ob Sie nun zu den Kissen-Knuddlern oder den ruhigen Schläfern gehören, Ihr Kissen sollte eine zentrale Funktion erfüllen: Es sollte Ihrem Kopf den Halt bieten, den er braucht, die Halswirbelsäule entlasten und verhindern, dass Ihr Kopf abknickt und dadurch die Hals- und Nackenmuskeln überdehnt werden. Wenn Sie morgens mit Verspannungen oder gar Schmerzen im Bereich des Nackens und der Schultern aufwachen, könnte ein falsches Kissen der Auslöser dafür sein. Ein Patentrezept dafür, welches Kissen gut oder schlecht ist, gibt es dabei nicht.

Das richtige Kissen für die optimale Schlafposition

Die Halswirbelsäule sollte nachts in ihrer natürlichen S-Form gelagert werden. Ein gutes Kopfkissen sollte hier Flexibilität beweisen, denn die meisten Schlafenden wechseln mehrmals pro Nacht die Position.

Gerade der Nacken braucht eine anatomisch geformte und orthopädisch strukturierte Unterlage. Er trägt die Last Ihres Kopfes, also sollte das Kissen seine Last tragen. Zu harte Kopfkissen können sich nicht Ihrer Kopfform anpassen und behindern dadurch die Funktion der Nerven und Blutgefäße. Außerdem spielen die klimatisierenden Eigenschaften eine Rolle – bei längerer Liegedauer sollte das Kissen die Transpiration im Kopf- und Nackenbereich nicht behindern.

Diese Größe sollte Ihr Kissen haben

Achten Sie beim Kauf des Kissens darauf, dass nicht Ihre Schultern auf dem Kissen zu liegen kommen, sondern nur der Kopf und Nackenbereich. Auf diese Weise können Ihre Schultern optimal in die Matratze einsinken. Aus diesem Grund raten auch Orthopäden grundsätzlich von zu großen Kissen ab. Mit einem Kissen der Größe 40 x 80 cm sind Sie in der Regel auf der sicheren Seite.

Als Rückenstütze zum Lesen oder als großes Sofa-Kuschelkissen können Sie aber durchaus zum alten 80 x 80 cm Format greifen. Als Zweitkissen ist die quadratische Form durchaus geeignet!

Wählen Sie die richtige Kissenfüllung

Aber auch das Füllmaterial spielt eine wichtige Rolle bei der Wahl des Traumkissens. Hier möchten wir Ihnen einen kleinen Überblick über die verschiedenen Füllmaterialien geben.

Flockenkissen / Naturhaarkissen

Füllungen aus Naturhaar wie Merinowolle oder einer Mischung aus Schafschurwolle und Kamelhaar sind stabil, aber dennoch elastisch genug, um sich gut in Form drücken und wieder aufschütteln zu lassen. Außerdem ist diese Füllung ideal, wenn Sie leicht schwitzen, da keine Stauwärme entsteht und die Fasern den Abtransport von Feuchtigkeit ermöglichen.

Nackenstützkissen

Ein Nackenstützkissen wird auch Formkissen genannt und soll Menschen mit verspannter Halsmuskulatur zu einem erholsamen Schlaf verhelfen. Das Kissen ist, salopp ausgedrückt, ein Latexblock, der den Kopf mittig in der Körperachse hält, sodass die Halswirbel nicht abknicken.

In der Praxis ist es jedoch so, dass Sie sich mehrmals pro Nacht drehen. Ihr Kopf sollte also sowohl in der Rücken- als auch in der Seitenlage gut gestützt werden. Haben Sie eine weiche Matratze, muss die Stützkraft höher sein als bei einer harten. Viele Kissen bieten auch die Möglichkeit, etwas vom Füllmaterial zu entfernen, um die Form Ihren Proportionen anzupassen.

Ob Sie ein Nackenkissen angenehm finden, können Sie übrigens erst nach ungefähr zehn Nächten beurteilen, da der Umgewöhnungsfaktor von einem weichen Knuddelkissen eine erhebliche Rolle spielt. Für Bauchschläfer ist dieses Kissen in der Regel zu hoch und daher nicht empfehlenswert.

Hirse- und Dinkelkissen

Eine gute Alternative zum normalen Federkissen stellen Hirse- und Dinkelkissen dar. Besonders sensible oder migräneanfällige Menschen reagieren in der Regel positiver auf Hirse- und Dinkelkissen. Sie sind relativ fest, speichern Wärme sehr gut und passen sich gleichzeitig dem Körper an. Das „Rieselgeräusch“ wird von manchen Menschen als beruhigend empfunden.  

Für jeden Schlaftyp das richtige Kissen

Das ideale Kissen für jedermann gibt es nicht. Viel mehr kommt es auf Ihre bevorzugte Schlafposition an. Wir verraten Ihnen, worauf Sie achten sollten.

Das richtige Kissen für Rückenschläfer

In der Rückenlage benötigen Sie ein Kissen, das die Nackenhöhlung zwischen Hinterkopf und Schultern ausfüllt und so eine angenehme Entlastung gewährleistet. Zu hoch sollte das Kissen aber nicht sein - viele Rückenschläfer bevorzugen flachere Kissen. Ein Nackenstützkissen mit herausnehmbarer Füllung wird oft als angenehm empfunden.

Das richtige Kissen für Bauchschläfer

Als Bauchschläfer benötigen Sie ein flaches Kissen, denn durch die seitliche Lage des Kopfes wird die Nackenmuskulatur schon genug strapaziert. Ein Naturhaarkissen mit herausnehmbarem Füllmaterial ist ideal, da diese in der Bauchhaltung „plattgelegen“ werden und nach Bedarf in eine festere Position geknautscht werden können.

Das richtige Kissen für Seitenschläfer

Seitenschläfer sind in der Überzahl – mehr als die Hälfte aller Menschen schläft am liebsten so. Für Sie ist wichtig, dass das Schulter-Hals-Dreieck vom Kissen gut ausgefüllt und der Kopf hochgehalten wird, um ein Abknicken oder Überstrecken der Halswirbelsäule zu vermeiden. Ein Nackenstützkissen ist aufgrund seiner anatomischen Form gut geeignet, ebenso ein stabiles Kissen, das Sie zusammenknuddeln können. Achten Sie darauf, kein zu weiches Kissen zu wählen, denn dieses gibt Ihrem Kopf nicht die nötige Stabilität.

Das passende Kissen für breitschultrige Menschen

Breitschultrige Männer brauchen ein höheres Kissen als zierliche Frauen – auch schwerere Menschen brauchen mehr Stützkraft und kommen mit höheren Kissen besser zurecht. Breite Schultern und viel Gewicht können nämlich leichter „zu tief“ in die Matratze einsinken, was natürlich verhindert werden sollte. Sobald der Kopf etwas höher gelagert wird, sinken die Schultern nicht mehr so tief ein. Insbesondere eignet sich hierfür ein Nackenstützkissen.

Das richtige Kissen zu finden ist oft gar nicht so einfach. Oft bestellt man einfach wahllos eines im Internet, ohne Rücksicht auf die eigenen Schlafgewohnheiten zu nehmen. Diesen Fehler sollten Sie jedoch vermeiden, wenn Sie langfristige Nackenprobleme verhindern möchten. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob Sie Rücken-, Seiten- oder Bauchschläfer sind, denn das richtige Kissen ist für alle Schlaftypen essenziell.